In der traditionellen asiatischen Medizin und im Ayurveda wird sie seit Jahrtausenden als Allheilmittel verehrt: die Ingwerwurzel. Bei uns war die scharfe, knorrige Knolle lange Zeit nur eine exotische Zutat in der asiatischen Küche. Das hat sich gründlich geändert. Längst hat auch die westliche Wissenschaft die erstaunlichen gesundheitlichen Vorteile des Ingwers bestätigt. Ob bei Erkältungen, Magenbeschwerden oder Muskelschmerzen – die Wirkstoffe im Ingwer machen die Knolle zu einer der potentesten Heilpflanzen überhaupt, die in keiner Hausapotheke fehlen sollte.
Die geheimen Wirkstoffe der Knolle
Ihren charakteristischen, scharf-würzigen Geschmack verdankt der Ingwer den sogenannten Scharfstoffen, allen voran den Gingerolen und Shogaolen. Diese Stoffe sind chemisch eng verwandt mit der Acetylsalicylsäure, dem Wirkstoff in bekannten Schmerztabletten (wie Aspirin).
Das erklärt, warum Ingwer eine stark entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung besitzt. Gingerole blockieren im Körper gezielt Enzyme, die für die Entstehung von Entzündungsprozessen verantwortlich sind. Studien zeigen, dass der regelmäßige Konsum von Ingwer die Beschwerden bei chronischen Gelenkerkrankungen wie Arthrose spürbar lindern kann.
Der Retter bei Übelkeit und Magen-Darm-Problemen
Die wohl bekannteste Wirkung des Ingwers betrifft den Magen-Darm-Trakt. Ingwer ist ein hocheffektives, natürliches Mittel gegen jegliche Form von Übelkeit. Die Inhaltsstoffe binden an bestimmte Rezeptoren im Darm und blockieren die Signale, die im Gehirn den Brechreiz auslösen.
Egal ob bei Reisekrankheit im Auto, bei Schwangerschaftsübelkeit oder nach schweren Mahlzeiten – ein Stück frischer Ingwer oder eine Tasse Ingwertee beruhigt den Magen im Handumdrehen. Zudem kurbelt die Schärfe die Produktion von Gallensaft und Magensäure an, was die Fettverdauung beschleunigt und lästige Blähungen verhindert.
Der natürliche Immun-Booster
Sobald im Herbst und Winter die Erkältungswelle anrollt, schlägt die große Stunde des Ingwers. Die Scharfstoffe regen die Durchblutung der Schleimhäute im Mund- und Rachenraum intensiv an. Viren und Bakterien haben es dadurch deutlich schwerer, sich im Gewebe festzusetzen. Zudem wirkt Ingwer leicht antibakteriell und antiviral.
Unser Tipp für die Zubereitung:
Schneiden Sie den Ingwer für einen Tee immer in hauchdünne Scheiben und schälen Sie ihn am besten gar nicht (sofern er Bio-Qualität hat), da direkt unter der Schale die höchste Konzentration der gesunden Inhaltsstoffe sitzt. Übergießen Sie die Scheiben mit kochendem Wasser und lassen Sie den Tee abgedeckt für mindestens 10 Minuten ziehen. So entfaltet die Wunderknolle ihre volle Heilkraft.